Was bedeutet Telekardiologie für den Patienten?
Telekardiologie ist eine innovative und patientenfreundliche Form der ärztlichen Betreuung und Nachsorge von "Herz-Patienten" mit Schrittmacher, implantierbarem Defibrillator (ICD) oder eines Herzinsuffizienz-Therapie-Systems (CRT): Wichtige Herzdaten werden über die Telefonleitung oder das Mobilfunknetz – je nach System – direkt an den behandelnden Arzt oder an das Nachsorgezentrum übertragen. So können sich Patienten an jedem Ort der Welt darauf verlassen, dass jemand ein Auge auf ihr Herz hat und gegebenenfalls Maßnahmen einleitet. Ein Beispiel: Herr Schneider macht Urlaub in den USA, aber sein behandelnder Arzt in Bremen ist immer informiert.
Mit diesen telekardiologischen Systemen stehen die Patienten unter ärztlicher Aufsicht, ohne "beaufsichtigt" zu werden. Die Patienten können auch selbst aktiv werden: Bei plötzlichem Unwohlsein, Kurzatmigkeit oder Schweißausbrüchen können sie jederzeit beim Arzt oder im klinischen Zentrum anrufen und eine Fernabfrage ihrer Herzdaten auslösen. Die Betroffenen erfahren sofort, wie es um sie steht, ob sie Tabletten einnehmen oder sich einfach nur ausruhen müssen. Im Ernstfall wird umgehend der Notarzt alarmiert.
Funktionsweise der Telekardiologie
Bei manchen Systemen sendet eine im Implantat eingebaute Antenne die Herzdaten an ein Handy-ähnliches Empfängergerät. Übertragen werden dabei auch technische Daten über das Implantat selbst. So kann der Arzt kontrollieren, ob mit dem Gerät alles in Ordnung ist. Dieses Empfängergerät steht in der Regel auf dem Nachttisch des Patienten, kann bei Bedarf aber auch mitgenommen werden. Es übermittelt die Daten automatisch einmal am Tag via Mobilfunknetz an ein klinisches Zentrum. Dort kann sich der behandelnde Arzt eine Aufbereitung der Daten, gemäß seiner Vorgaben, über eine sichere Internetplattform abrufen.
Bei einem anderen System werden die Daten in der Regel über die Telefonleitung verschickt. Das Gerät zur Datenübertragung ist entweder drahtlos oder via eines kleinen Kästchens, welches der Patient auf seinen Brustkorb legt, mit dem Telefon verbunden. Innerhalb weniger Minuten werden die gespeicherten Herzdaten des Implantats ausgelesen und über die Telefonleitung an eine gesicherte Internetseite geschickt. Zugriff auf die Seite haben der behandelnde Arzt, der Implanteur und das Nachsorgezentrum.
Weitere Informationen:
http://www.aktion-meditech.de/index.php?inhalt=innovative.rundumherz&content_id=home