Kleiner „Darth Vader“ mit Herzschrittmacher: Medizintechnologie hilft einem kleinen Werbestar

Der Internetheld des Monats heißt Max Page. Der sechsjährige US-Amerikaner spielt in dem neuen Werbespot von Volkswagen eine Mini-Version des „Star Wars“-Bösewichts Darth Vader. Der Spot wurde auf Youtube inzwischen über 28 Millionen Mal angeklickt (http://www.youtube.com/watch?v=R55e-uHQna0) und lief auch während des sportlichen Großereignisses „Super Bowl" in den USA landesweit vor über 100 Millionen Zuschauern.

Der sechsjährige Hauptdarsteller des kleinen Darth Vader, Max Page, lebt mit einem Herzschrittmacher, der ihm aufgrund eines angeborenen Herzfehlers bereits vor fünf Jahren implantiert wurde. Max leidet unter der so genannten Fallot-Tetralogie, die aus vier Komponenten besteht: einer Verengung des Ausgangstraktes der rechten Herzkammer zur Lunge, einem Loch in der Scheidewand zwischen den Herzkammern, einer Fehllage der Hauptschlagader sowie einem Zuwachs der Muskelmasse der rechten Herzenkammer aufgrund der chronischen Überbelastung. Aufgrund dieses Defekts vermischt sich sauerstoffreiches Blut mit sauerstoffarmem. Die kleinen Patienten leiden unter einer lebensgefährlichen verminderten Lungendurchblutung mit Schweratmigkeit und Blausucht. Sie können nur überleben, wenn die Fehlbildungen im ersten Lebensjahr korrigiert werden.

Bei Neugeborenen und sehr jungen Säuglingen mit Fallot-Tetralogie kann ein minimalinvasiver Eingriff mit Hilfe von Medizintechnologie die Zeit bis zur Operation überbrücken: Bei der Ballondilatation wird ein dünner Katheter in der Leistengegend eingeführt, bis zu den Engstellen in den Herzkranzgefäßen vorgeschoben und dann ein an der Katheterspitze installierter Ballon aufgeblasen. Unter dem Druck des Ballons werden die Engstellen gedehnt. So kommt es zu einer besseren Durchblutung und Sauerstoffversorgung in den hinter den Engstellen liegenden Bezirken des Herzmuskels.
Später folgt dann die große Operation, bei der der Herzchirurg die Hauptschlagader in die richtige Position bringt und die Verengung im Bereich der Lungenarterie schließlich beseitigt. Ein Herzschrittmacher hilft gegen Herzrythmusstörungen, die nach dem Eingriff auftreten können.

Die Geschichte von Max zeigt: Medizinprodukte sind auch für Kinder unentbehrlich und retten Leben. Mehr als 5.000 Kinder und Jugendliche werden in Europa jährlich mit einem Herzschrittmacher versorgt. Herzrhythmusstörungen können bei Säuglingen und Kindern ebenso wie bei Erwachsenen auftreten.

Fortschritte in der Technik und bei der Miniaturisierung ermöglichen es, auch Säuglingen und Kindern mit Herzproblemen mit einem Schrittmacher zu helfen. Bei Kleinkindern ist dabei die Lebensdauer des Schrittmachers bei gleichzeitig geringem Volumen des Gerätes von herausragender Bedeutung. Der kleinste implantierbare Einkammer-Schrittmacher wiegt nur 12,8 Gramm und besitzt trotz der reduzierten Dimension eine Lebensdauer von über acht Jahren.

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